Sibo

SIBO und Dünndarmfehlbesiedlung

SIBO verstehen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Wenn du schon vieles ausprobiert hast und SIBO als mögliche Ursache im Raum steht, ist eine differenzierte Einordnung wichtig. Denn nicht nur einzelne Symptome, sondern auch deine Vorgeschichte, vorhandene Befunde und mögliche Einflussfaktoren können eine Rolle spielen.

Was ist SIBO?

SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth und wird auf Deutsch meist als Dünndarmfehlbesiedlung bezeichnet. Dabei vermehren sich bestimmte Bakterien im Dünndarm übermäßig.

Der Dünndarm ist normalerweise deutlich weniger dicht mit Bakterien besiedelt als der Dickdarm. Bei einer SIBO kann sich dieses Gleichgewicht verändern: Einzelne Bakterienarten nehmen deutlich zu.

Diese Bakterien können insbesondere Kohlenhydrate bereits im Dünndarm vergären und Beschwerden verursachen.

SIBO und IMO sind nicht dasselbe.
Bei SIBO steht eine übermäßige bakterielle Besiedlung des Dünndarms im Vordergrund. Bei IMO geht es um methanbildende Mikroorganismen, die auch im Dickdarm vorkommen können. 

Der Atemtest ist notwendig, um zwischen SIBO und IMO zu differenzieren und die Behandlung gezielt auszurichten. Die dritte Form, ISO, betrifft eine Überproduktion von Schwefelwasserstoff und geht häufiger mit Durchfall einher. Sie lässt sich nur mit einem speziellen 3-Gas-Atemtest nachweisen.

Welche Beschwerden können bei SIBO auftreten?

SIBO kann sich bei jedem Menschen etwas anders zeigen. Besonders häufig steht ein ausgeprägter Blähbauch im Vordergrund: Viele Betroffene berichten, dass der Bauch morgens noch flach ist und im Laufe des Tages zunimmt – oft verstärkt nach dem Essen und am Abend am stärksten. Welches Beschwerdebild darüber hinaus überwiegt, hängt auch davon ab, welche Form vorliegt: Durchfall tritt eher bei der wasserstoffbildenden SIBO oder bei ISO auf, Verstopfung eher bei IMO.

Möglich sind außerdem:

Weniger bekannt: Auch Sodbrennen, Reflux, Halsschmerzen, ständiger Räusperzwang oder Heiserkeit können mit SIBO zusammenhängen.

Da viele dieser Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen oder Verdauungsproblemen auftreten können, lassen sie allein noch keinen eindeutigen Rückschluss auf SIBO zu.

Bei einer besonders ausgeprägten SIBO können zusätzlich Fettstühle, ungewollter Gewichtsverlust oder Nährstoffmängel auftreten. Diese Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Wiederkehrende Beschwerden können außerdem dazu führen, dass Betroffene immer mehr Lebensmittel meiden und beim Essen zunehmend unsicher werden. Dadurch kann sich die Auswahl an verträglichen Lebensmitteln mit der Zeit stark einschränken.

Ein SIBO-Atemtest kann dabei helfen, mehr Klarheit zu bekommen.

Mögliche Ursachen und Einflussfaktoren

SIBO hat nicht bei jedem Menschen dieselben Ursachen. Zu den möglichen Einflussfaktoren gehören frühere Magen-Darm-Infektionen, die über eine Fehlreaktion des Immunsystems die Reinigungswellen des Darms dauerhaft stören können, eine veränderte Darmbewegung (zum Beispiel durch Medikamente oder im Rahmen von Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder dem Ehlers-Danlos-Syndrom), Operationen oder Verwachsungen sowie bestimmte Begleiterkrankungen. Auch eine verringerte Magensäureproduktion, etwa durch Säureblocker, gilt als möglicher Risikofaktor.

Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur die Fehlbesiedlung selbst zu betrachten. Auch die persönliche Vorgeschichte kann helfen, relevante Zusammenhänge zu erkennen und die nächsten Schritte individuell zu planen.

BEHANDLUNG UND UMGANG MIT SIBO

Warum es nicht das eine Therapieschema gibt

SIBO kann unterschiedliche Ausprägungen, Ursachen und Begleiterkrankungen haben. Deshalb lässt sich die Behandlung nicht auf eine einzelne antimikrobielle Maßnahme reduzieren.

Je nach Befund können verschiedene Bausteine eine Rolle spielen. Dazu gehören die gezielte Behandlung der Fehlbesiedlung, der Umgang mit Beschwerden und Ernährung sowie die Einordnung möglicher begünstigender Faktoren – etwa eine eingeschränkte Verdauung, Galle oder Leberfunktion sowie eine hohe Stressbelastung, die zusätzlich die Darmbewegung beeinträchtigen kann. Im Verlauf zeigt sich, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wo Anpassungen notwendig werden.

Rückfälle und wiederkehrende Beschwerden

Manchmal kehren Beschwerden nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung zurück. Das ist kein persönliches Scheitern, sondern meist ein Zeichen dafür, dass bestimmte Faktoren im Hintergrund weiterwirken.

Mir ist wichtig, einen Rückfall nicht als persönliches Scheitern zu betrachten. Wichtiger als die Frage „Warum schon wieder?“ ist für mich die Frage: Was hat sich seit der Behandlung verändert – und was ist jetzt der sinnvolle nächste Schritt? Genau das schauen wir uns gemeinsam an.

Welcher nächste Schritt kann sinnvoll sein?

Je nach Ausgangssituation kann das unterschiedlich aussehen:

  • Du fragst dich, ob ein Atemtest für dich infrage kommt
  • Dir liegt bereits ein Testergebnis vor und du möchtest es einordnen
  • Beschwerden sind nach einer Behandlung zurückgekehrt

Auf der Atemtestseite findest du weitere Informationen zur Vorbereitung und Einordnung. Wenn du deine persönliche Situation besprechen möchtest, schreib mir kurz über das Kontaktformular.

PERSÖNLICHE BERATUNG

Du möchtest deine Situation persönlich besprechen?

Wenn bei dir der Verdacht auf SIBO besteht, du bereits einen Atemtest durchgeführt hast oder schon länger unter Darmbeschwerden leidest, besprechen wir gemeinsam deine Beschwerden, vorhandene Befunde und mögliche nächste Schritte.

Viele Beratungen können online stattfinden. Ob eine Online-Beratung in deiner Situation sinnvoll ist oder ein erster Termin in der Praxis, klären wir vorab.

Claudia Heine – Heilpraktikerin 

AUS DER PRAXIS

Themen, mit denen ich mich intensiver beschäftige

Im Blog teile ich Wissen aus meiner täglichen Arbeit, greife häufige Fragen auf und ordne neue Erkenntnisse aus der SIBO-Forschung verständlich ein.